© Oliver Tursic 2018
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

WERK

Spätwerk

Das   Spätwerk   des   Malers   Franz   Frank   besticht   durch   eine   ungemeine   Farbigkeit.   In den   späten   Bildern   ist   eine   Annäherung   zur   Abstraktion   zu   erkennen,   ohne   dass sich der Gegenstand völlig auflöst. Der Pinselstrich wird immer wilder. Bedingt   durch   das   fortgeschrittene   Alter   und   die   angeschlagene   Gesundheit   kann Franz   Frank   nicht   mehr   mit   großem   Malgepäck   auf   Reisen   gehen   und   seine   Motive direkt   vor   der   Natur   malen.   Nur   noch   in   der   nächsten   Umgebung,   im   eigenen Garten   und   in   der   Wohnung   malt   er   nun   direkt   vor   der   Natur   oder   mit   Modell. Ansonsten malt er in Aquarell und überträgt dieses dann in seinem Atelier in Öl. Dadurch    nehmen    die    späten    Ölbilder    die    Leichtigkeit    der    Aquarelle    an.    Es entstehen   Ölbilder   mit   ganz   eigenem   Charakter.   Der   Gegenstand   ist   und   bleibt aber während seines künstlerischen Lebens wichtigster Bestandteil seiner Bilder. Frank   liebt   die   Natur   viel   zu   sehr,   als   dass   er   den   Gegenstand   opfern   würde.   Trotz vieler   Schwierigkeiten,   sowohl   finanzieller   als   auch   gesundheitlicher   Art,   geht   er mit   seiner   Kunst   niemals   Kompromisse   ein.   Obwohl   ihm   spätestens   nach   dem Ende   des   Dritten   Reiches   bewusst   ist,   dass   seine   Kunst   aus   der   Mode   ist,   hält   er daran   fest.   Er   ist   davon   überzeugt,   dass   irgendwann   die   Zeit   kommen   wird,   in   der die    wahre    Kunst    wieder    den    Platz    in    der    Kunstgeschichte    einnimmt,    der    ihr gebührt.   Man   darf   gespannt   sein,   ob   sich   dieser   Wunsch   für   Franz   Frank   eines Tages   noch   erfüllt.   Denn   obwohl   heute   viele   private   und   öffentliche   Sammlungen Maler    des    Expressiven    Realismus    sammeln,    ist    eine    abschließende    Würdigung noch   nicht   in   Sicht.   Franz   Frank   selbst   hoffte,   dass   er   zu   den   Werkübersichten   zum Ende     des     Jahrtausends,     also     im     Jahr     2000     ebenfalls     einen     Beitrag     zur Kunstgeschichte   der   Bundesrepublik   Deutschland   beitragen   könne.   Leider   war   er bei den diversen Rückblicken mit keinem Gemälde beteiligt. Auch   darf   man   gespannt   sein,   ob   die   Initiativen   des   Fördervereines   Expressiver Realismus   und   des   Sammlers   Gerhard   Schneider,   der   eine   große   Sammlung   dieser Kunstrichtung besitzt, Früchte tragen werden. Vor   allem   den   Malern   des   Expressiven   Realismus   ist   es   zu   gönnen,   dass   ihre   Kunst die Anerkennung findet, die sie aufgrund ihrer Qualität haben müsste. Ihre       Kunst       ist       schon       all       zu       oft       durch       sämtliche       Raster       der Kunstgeschichtsschreibung     gefallen.     Dazu     hat     sicherlich     auch     die     Teilung Deutschland nach dem 2. Weltkrieg beigetragen.