© Oliver Tursic 2018
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

WERK

Aquarelle / Zeichnungen

Obwohl   Franz   Frank   hauptsächlich   für   seine   über   1.500   Ölbilder   einer   breiteren Kunstkennerschaft   bekannt   ist,   muss   man,   sein   ganzes   Werk   betrachtend,   auch auf die vielen Aquarelle und Zeichnungen hinweisen. Sowohl   die   Aquarelle   als   auch   die   Zeichnungen   können   im   Werk   des   Malers   als eigenständige   Kunstwerke   bestehen.   Wie   bei   vielen   seiner   Künstlerkollegen   der "Verschollenen   Generation"   besteht   auch   für   Franz   Frank   bis   in   die   fünfziger   Jahre hinein   eine   wirtschaftliche   Notwendigkeit,   sich   vermehrt   mit   der   Aquarellmalerei und   der   Zeichnung   zu   beschäftigen.   Vor   allem   während   und   nach   dem   zweiten Weltkrieg   ist   es   auf   Grund   von   Materialknappheit   für   die   Künstler   sehr   schwer,   an Ölfarbe     und     Leinwand     zu     gelangen.     Als     entarteter     Künstler,     der     von     den Nationalsozialisten    aus    dem    Lehramt    entlassen    wird,    ist    die    Beschaffung    von Ölfarbe   und   Leinwand   ein   besonderes   Problem.   In   den   12   Jahren   der   Nazidiktatur wird   der   mitgeführte   Skizzenblock   deshalb   zu   einem   wichtigen   Medium   für   die Kunst Franks. Ölbilder entstehen in dieser Zeit nur sehr wenige.  So   muss   sich   der   Vollblutkünstler   in   diesen   Jahren   zwansläufig   mit   der   Zeichnung beschäftigen,   die   sich   in   den   unzähligen   Skizzenblöcken,   die   sich   noch   im   Nachlass befinden,   erhalten   haben.   Franz   Frank   hat   bereits   vor   seinem   Kunststudium   an   der Stuttgarter   Akademie   bei   dem   Universitätszeichenlehrer   Heinrich   Seufferheld   an der   Tübinger   Universität,   einem   ausgezeichneten   Zeichenlehrer,   Zeichenunterricht genommen,   der   den   jungen   Maler   darin   bestärkt   Künstler   zu   werden.   Bis   ins   hohe Alter    hinein,    verweist    Franz    Frank    in    Gesprächen    immer    wieder    auf    diesen ausgezeichneten   Zeichner   und   Radierer,   von   dem   auch   der   Ausspruch   stammt, dass   ein   Gemälde   entstehen   müsse,   wie   ein   Gedicht.   Diese   Aussage   ist   in   den Bildern des Malers Franz Frank sehr gut erkennbar.  Als    dann    ab    Mitte    der    siebziger    Jahre    die    Gesundheit    ein    Reisen    mit    großem Malgepäck   nicht   mehr   zulässt,   nimmt   das   Aquarell   einen   besonderne   Rang   in   der Malerei    von    Franz    Frank    ein.    Während    der    auch    noch    im    Alter    ausgedehnten Reisen   zeichnet   er   seine   Eindrücke   auf   Aquarellblöcke   und   überträgt   diese   danach im    Atelier    auf    die    Leinwand.    Dadurch    lockert    sich    die    Palette    des    Künstlers nochmals    auf.    Die    Ölbilder    des    Spätwerks    besitzen    deshalb    sehr    häufig    eine skizzenhftigkeit,    wie    man    sie    ansonsten    bei    anderen    Künstlern    nur    in    den Zeichnungen und Aquarellen zu sehen bekommt Bisher    wurde    in    den    Ausstellungen    über    Franz    Frank    leider    hauptsächlich    die Ölmalerei   gezeigt.   Es   wäre   schön,   wenn   in   Zukunft   auch   das   sehr   qualitätvolle graphische    Werk    mit    all    seinen    Techniken    mehr    in    die    Öffentlichkeit    gelangen würde.