© Oliver Tursic 2018
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

INFOS

Stimmen zum Werk

Gelungen und Tief empfunden Unser    einheimischer    Künstler,    Herr    Dr.    Franz    Frank    zeigt    uns    in    der    Auslage    der Kunsthandlung   Fritz   Hauff   hier   wieder   eine   Reihe   neuester   Originale   in   Öl   und   Aquarell. Die    Bilder    müssen    als    sehr    gelungen    und    tief    empfunden    bezeichnet    werden    und beweisen   das   Vorwärtsstreben   und   den   eisernen   Fleiß   des   Künstlers,   dem   wir   zum Verkauf der Bilder besten Erfolg wünschen. Autor unbekannt, 1926 Aus der Sprache des Farbigen   Man   erkennt:   die   Epoche   der   Programme   und   Theorien   scheint   vorüber.   Nun   suchen sich   die   einzelnen   mehr   auf   eigene   Faust   zu   entwickeln,   setzen   sich   auf   die   Hosen   und arbeiten.   Streben   dabei   vor   allem,   aus   dem   eigentlichen   Begriff   der   Malerei,   aus   der Sprache    des    Farbigen    ihren    Ausdruck    zu    formen,    um    von    hier    aus,    also    auf    dem richtigen   Wege,   zur   Bildgestaltung   zu   gelangen…   Da   ist   Franz   Frank   aus   Dresden,   der neben   dem   frisch   blühenden   Bildnis   seiner   Frau   Gruppen   proletarischer   Menschen   von starker Eindringlichkeit aufbaut.   Max Osborn, 1929   Juryfreie Kunstschau   Aus   der   Überfülle   mögen   ein   paar   Namen   noch   herausgehoben   sein.   Der   Ulmer   Maler Wilhelm    Geyer    versucht    sich    mit    Talent    auf    dem    nicht    ungefährlichen    Wege,    den Kokoschka   gezeigt   hat.   Der   Dresdner   Franz   Frank   wagt   sich   mit   jugendlicher   Kühnheit an vielfigurige Kompositionen.   Curt Glaser, 1929         Farbige Klänge Im   Kunsthaus   Fischinger   zeigt   Franz   Frank   eine   recht   glücklich   gewählte   Kollektion   von Gemälden   und   graphischen   Arbeiten,   die   durch   ihre   verschiedenartigen   Motive   fesselt wie   durch   die   Art,   wie   der   Künstler   Dinge   und   Menschen   sieht.   In   den   Landschaften prägt   sich   am   stärksten   seine   Naturverbundenheit   aus,   die   sich   künstlerisch   nicht   in bloßer     Wiedergabe     des     Gegenständlichen     äußert,     sondern     dem     Leben,     dem geheimnisvollen   Drängen   in   Baum   und   Halm   nachspürt   und   diesem   Drängen   zum Licht,   dem   wuchern   der   Blumen   im   Grün,   dem   Zug   der   Wolken   Ausdruck   verleiht.   Das gibt   diesen   Landschaften   Pulsschlag   und   Größe   und   der   herbe   frische   Duft,   der   von   den mit   Vorliebe   gedämpften   Tönen   ausgeht,   verursacht   eine   Stimmung,   die   umso   stärker ist,   da   sie   nicht   mit   kleinlichen   und   gesuchten   Mitteln   erreicht   wurde.   Dass   Frank   aber auch   Sinn   für   farbige   Klänge   hat,   beweisen   die   Stilleben   und   Blumenstücke,   deren aufgelockerte   Art   -   besonders   in   dem   gedeckten   Tisch   -   zu   reizvollen   Wirkungen   führt. Auch   in   den   Bildnissen   liebt   der   Künstler   die   Lösung   der   Fläche.   Sein   Pinsel   gestaltet   frei und   sicher   aus   der   Fülle   der   farbigen   Erscheinungen   und   schließt   doch   das   Ganze geschlossen   zusammen.   Dabei   wird   Charakteristisches   herausgehoben,   Wesentliches auf    seine,    niemals    aufdringliche    Weise    betont,    Nebensächliches    auf    elegante    Weise ignoriert.    Unter    anderem    fesselt    hier    besonders    das    Bildnis    eines    alten    Herren. Zeichnungen,    Aquarelle    und    Radierungen    (unter    letzteren    ein    sehr    originelles    Blatt kleinsten   Formats   "Auf   Föhr")   vervollständigen   den   Eindruck   von   Franks   ernstem   und erfolgreichem Schaffen. H.T., 1935 In die vorderste Reihe der Maler …   Er   hat   mit   seinen   Pfunden   gewuchert   und   es   zu   einer   reifen   Künstlerschaft   gebracht, die   ihn   in   die   vorderste   Reihe   der   Maler   stellt,   denen   es   um   den   Ausgleich   von   Abbild und    Innenschau    geht    und    die    mit    ihren    Bildern    den    Beweis    erbringen,    dass    die Möglichkeiten   des   Impressionismus   in   unserer   Zeit   noch   lange   nicht   ausgeschöpft   sind, wie es angesichts der abstrakten Springflut mitunter scheinen könnte. Kurt Fried, 1947     Hauch der Nüchternheit . ..   Er   fangt   mit   jedem   Bild   immer   wieder   ganz   von   Neuem   an.   Dies   ist   wohl   das   erste und   stärkste   Zeichen   für   die   Künstlerschaft   Franks,   dass   die   Fülle   seiner   Arbeiten   nicht im   Thematischen   ihren   eigentlichen   Reichtum   hat,   sondern   dass   jedes   seiner   Werke   ein neues,    unmittelbar    im    Angesicht    der    Natur    ergriffenes    Wagnis    darstellt,    das    unter Einsatz   der   ganzen   Persönlichkeit   versucht   wird.   Wie   bedingt   im   Einzelfalle   der   Erfolg solchen   Wagnisses   sein   mag,   die   Unbedingtheit   der   künstlerischen   Gesinnung   erweist sich   in   der   Überwindung   jeder   Selbstgefälligkeit,   in   der   Vermeidung   jedes   Festfahrens   in schöne    Formeln,    in    der    Unablässigkeit    des    immer    wieder    neu    unternommenen Vorstoßes   nach   jener   unbegreiflichen   Einheit   von   Geheimnis   und   Offenbarung,   die   ein gelungenes Bild auszeichnet.... Rainer Zimmermann, 1951 Zur Malerei von Franz Frank . ..   Er   will   ein   Ganzes,   aber   dieses   soll   in   allen   seinen   Teilen   atmen.   In   glücklichsten Momenten,    im    reinsten    Gelingen    seiner    künstlerischen    Absichten,    löst    sich    die    hier beschriebene   Unruhe   in   eine   feine   Beweglichkeit,   man   ahnt   sie   etwa   im   Anblick   eines   im hellsten   Licht   sich   dehnenden   Wiesenhangs,   in   dessen   grüner,   scheinbar   einheitlichen Fläche   doch   die   unzähligen   Regungen   der   Grashalme   spürbar   bleiben.   Der   Reiz   der Landschaften     von     Frank     beruht     auf     solchen     Wahrnehmungen,     nicht     auf     dem bedeutenden, nach dem Interessanten hin ausgewählten "Motiv"....   Benno Reifenberg, 1952 Die Farbe dominiert   Franks   Kunst   ist   klar   profiliert:   sie   sucht   die   intensive   Berührung   mit   dem   Gegenstand und     mit     der     Natur     und     lässt     deren     Elemente     und     Kräfte     den     schlichten Feldblumenstrauß     wie     das     dramatische     mythologische     Ereignisbild     dynamisch durchpulsen.   Reich      quellender      Farbauftrag,      temperamentgeladener      Pinselhieb,      blühender Farbenglanz    charakterisieren    die    malerische    Handschrift    Franz    Franks.    Die    Farbe dominiert,   die   Linie   ist   ihr   entschieden   nachgeordnet;   ein   Rubenist   ist   hier   am   Werke. Die   Farbeaber   herrscht   durch   das   Licht   mit   dem   Licht.   Die   enge   Verschwisterung   dieser zwei    Elemente    malerischen    Gestaltens    dokumentiert    sich    erneut    vergeistigt    und strahlend in den letztens in Italien entstandenen Landschaften….   Carl Graepler, 1958       Lust an der Landschaft   ...   Mit   lockerem,   temperamentvollen   Pinselstrich   werden   die      Farben   auf   die   Leinwand gesetzt,   ohne   dass   das   gegenständliche   Gerüst   dabei   verloren   geht.   In   einer   lebhaften, kraftvollen,   mitunter   festlich   blühenden   Farbigkeit   werden   Form   und   Licht,   Charakter und       Atmosphäre       seiner       vorwiegend       in       südlichen       Gegenden       gewählten Landschaftsmotive   wiedergegeben.   In   seinen   Aquarellen   verbinden   sich   Luft   und   Sonne ,   Wasser   und   Erde,   Wälder   und   Wiesen   zu   nicht   weniger   freundlichen   ,   aber   etwas dezenteren     Farbimpressionen.     Nachhaltig     ist     die     Wirkung     seiner     empfindsam differenzierten   Porträts.   Beachtung   verdient   seine   Auffassung   des   biblischen   Themas „Davis    spielt    vor    Saul“.    Aufmerksam    verweilt    man    vor    seinen    lithographischen Interpretationen   zu   Shakespears   „Hamlet“.   Weitaus   am   meisten   aber   schätzen   wir   an ihm   seine   Qualitäten   als   Landschafter,   die   in   der   Reihe   seiner   Ölkompositionen   am deutlichsten sichtbar werden.   Ulrich Rothermel, 1966         Ein zentrales Werk des Realismus   Franz   Franks   Gemälde   „Proletarier“   gebührt   ein   fester   Platz   unter   den   Werken,   die   in der    entscheidenden    Phase    zur    Herausbildung    des    proletarischen    Massenportraits beigetragen   haben.   Sein   riesiges,   annähernd   zwei   auf   drei   Meter   großes   Bild   entstand 1928   in   Dresden,   das   heißt,   noch   bevor   Otto   Griebel   „Die   Internationale“   1929,   Curt Querner   „Demonstration“   1930   und   andere   Mitglieder   der   Dresdner   Asso-Gruppe   dieses Thema als wichtigste künstlerische Aufgabe in Angriff nahmen. Der   weitgehende   Verzicht   auf   eine   Gliederung   der   Gruppe   zeigt   an,   dass   sie   nach   beiden Seiten    hätte    kilometerlang    fortgesetzt    werden    können.    Der    Ausschnitt    und    das Bemühen,   eine   Vielzahl   verschiedener   Menschentypen   nebeneinander   zu   stellen,   geben den   Gestalten   exemplarischen   Charakter.   Durch   das   Weglassen   des   Gegners   erscheint das   Proletariat   nicht   mehr   ausschließlich   in   der   Rolle   des   Unterlegenen,   sondern   als eigenständige Gegenmacht…   Von   seinem   humanistischen   Engagement   aus   sah   es   Frank   als   seine   Aufgabe   an,   den Proletarier     als     Individualität     zu     beschreiben.     Hier     liegt     einer     der     wesentlichen Unterschiede   zur   Auffassung   von   Otto   Griebel,   der   die   „Proletarier“   in   Franks   Atelier sah, während er selbst an seiner „Internationale“ arbeitete.   Rainer Schoch, 1975       Aus der Tradition zu eigenem Weg   …   Franz   Frank   ist   hinsichtlich   gestalterischer   Lösungen   durch   die   von   Paul   Cezanne ihrer    subjektiven    Empfindungen    entledigten    Empfindungen    entledigten    Relationen zwischen   Raum   und   Figur   ebenso   beeinflusst   worden,   ohne   sich   die   Bürde   kubistischer Strenge   aufzuladen,   wie   durch   die   von   Max   Beckmann   vorgenommene   Befreiung   des Gegenstandes   aus   seiner   Befangenheit,   aus   räumlicher   Bestimmung.   „Ich   erlebe   die Welt   rings   um   mich“,   notierte   der   Künstler   einmal,   „und   ich   muss   versuchen,   den   Raum über   und   neben   mir   in   das   Bild   hinein   zu   holen“.   Auch   die   Identität   von   Leben   und   Werk als     sichtbarer     Ausdruck     einer     geistigen     Konzeption,     in     deren     Mittelpunkt     die Kreatürlichkeit     des     Menschen     steht,     so     wie     sie     von     den     Malern     der     „Brücke“ ausgegangen   war,   hat   ganz   im   Gegensatz   zum   Theoretischen   Programm   des   „Blauen Reiter“,     der     abstrakt-synästhetischen     Variante     des     deutschen     Expressionismus erkennbare Spuren hinterlassen.   Die   ungewöhnliche   Fähigkeit   Franks,   neue   stilistische   Erfahrungen   weiterzutreiben   und mit   ihrer   Hilfe   das   jeweils   darüber   hinaus   noch   Mögliche   aufzuspüren,   lässt   sich   an   der spezifischen      Verarbeitung      des      Spätwerks      von      Lovis      Corinth      überzeugend dokumentieren,    dessen    expressionistisches    Potential    er    ausdrücklich    als    Auftrag nachfolgender Generationen verstand….   Die   Tatsache,   dass   jedes   Werk   des   Künstlers   dem   „Traditionellen“   im   guten   Sinne   des Wortes    verbunden    bleibt,    auch    dann    wenn    es    experimentellen    Charakter    zeigt, bestätigt,   „dass   es   leichter   ist,   einen   neuen   Ismus   zu   erfinden“,   wie   es   Frank   selbst formuliert hat, „als in der Reihe der Tradition seinen eigenen Schritt zu tun“.   Prof. Dr. Armin Geuss, 1982         Ein Verschollener und Vergessener   …   Frank   orientierte   sich   nach   der   Akademiezeit   an   Corinth   und   Kokoschka;   an   jenen erinnert   (noch)   ein   hiebartiger   Duktus,   den   er   bis   ins   Spätwerk   beibehält,   an   diesen   die emotional   geladene,   von   der   Farbe   bestimmte   vibrierende   Form   (Bildnis   „Erika   und Brigitte“).   Frank   meidet   jedoch   den   Primat   der   Gefühle;   stattdessen   drückt   seine   Malerei in      seiner      personalen,      dinglichen      sowie      farbig-atmosphärischen      Erscheinung reflektiert….   Friedhelm Röttger, 1982         Neu zu entdeckende Größe   Hier    äußert    sich    ein    Maler,    der    in    der    Jugend    die    ungestümen    Schreie    Noldes bewunderte    und    aus    Corinths    spätem    Werk    den    furiosen    Malvorgang    zeitlebens beibehielt.     Dennoch     zeigt     die     Ernte     seines     Lebens     profiliert     Persönliches…     Die wohltuende    Wärme    seiner    Palette    wird    stets    mit    nobler    Verhaltenheit    durch    kühle Zonen    ergänzt…    Franz    Frank    erreicht    in    dieser    privaten    Sammlung    eine    neu    zu entdeckende    Größe.    Seine    augenfreudigen    Farben    bezeugen    die    Schönheit    unserer Wirklichkeit im Bewusstsein um eine unzulängliche Gegenwart.   Bruno Müller-Linow 1985         Ein Mädchen wie ein Stecken   Wenn    die    jungen    Wilden,    die    jetzt    nach    ihren    privaten    Träumen    und    Obsessionen, Landschaft,   Natur,   Porträt   wieder   entdecken,   ihre   Väter   suchen,   was   sie   ja   so   fleißig   tun, dann   sollten   sie   den   Maler   Franz   Frank   nicht   vergessen,   der   Anfang   April   kurz   vor seinem   89.   Geburtstag   gestorben   ist.   Die   Szene   hat   von   seinem   Tod   nicht   viel   Notiz genommen.   Jetzt   steht   man   staunend   vor   den   Bildern.   Sie   sind   in   ihrer   Spontanität, Unmittelbarkeit,   Frische   hochaktuell.   Hier   malt   ein   Könner.   Das   vor   allem   ist   der   Punkt, wo     sich     die     heutigen     Neoexpressionisten     –     bei     denen     es     fast     durchweg     im Handwerklichen   hapert   –   was   zu   ihrem   nicht   ebenrühmlichen   besonderen   Merkmal geworden ist (neben den Riesenformaten) – eine Scheibe abschneiden können.   Weitere   unverwechselbare   Pluspunkte   bei   Frank:   Er   ist   vollkommen   unsentimental.   Er hält   nicht   nach   schönen   Motiven   Ausschau.   Er   nimmt   die   Wirklichkeit,   wie   sie   kommt. Seine   Bilder   wirken   wie   ein   kaltes   Bad   am   Morgen.   Er   malt   das   nüchternste   Grün   –   ein Hauptmerkmal.   Er   ist   herb   und   spröd   bis   zum   Splittern.      Ein   halbwüchsiges   Mädchen im   Garten   wird   nicht   auf   Anmut   getrimmt,   sondern   steht   steif,   ungelenk,   wiederborstig da   wie   ein   Stecken.   Frank   war   ein   hervorragender   Porträtist.   Er   schaufelte   Wirklichkeit nur   so   hinein   ins   Bild,   von   allen   Seiten,   komponierte   akrobatisch   scharf   am   Chaos entlang: Die Balance wird gehalten. So   kommt   ein   dramatischer,   abenteuerlich   spannender   Zug   in   die   Bilder.   Man   hält   den Atem   an,   ob   nicht   alles   zusammenfällt.   Zum   Beispiel   bei   dem   großen   Atelierinterieur mit Figuren.   Er   wühlt   in   der   Farbe.   Seine   dick   pastose   graue   „Nordsee“   von   1930   mit   kippender Horizontlinie   und   ohne   Strand   im   Vordergrund   als   Anker   müsste   so   manchen   heftigen jungen    Landschafter    von    heute    vor    Neid    erblassen    lassen….    Obendrein    ist    der spätexpressionistische     Papa     noch     weit     billiger     zu     haben     als     die     verwöhnte wildspielende Jugend von heute, die er an malerischen Qualitäten weit übertrifft….   Karl Diemer 1986         Raumschaffende Kraft der Farbe   …   Dann   aber   wollte   er   dem   Geheimnis   der   Farbe   durch   eigenes   Schaffen   näher   rücken, erst   in   der   Malklasse   von   Robert   Breyer   an   der   Stuttgarter   Akademie   und   einem   Kreis befreundeter   Maler   wie   Wilhelm   Geyer,   Joseph   Kneer   und   Hans   Fähnle,   dann   in   der Zurückgezogenheit    eines    Försterhauses    bei    Hildrizhausen.    Hier    in    den    Wäldern    des Schönbuchs   und   den   ihn   umsäumenden   Obstbaumwiesen,   fand   er   den   Durchbruch   zur eigenen     Malerei,     zum     Kunstwerk,     das     ganz     im     seelischen     Nachbeben     des Naturerlebnisses   seinen   Ursprung   hat.   Zur   Steigerung   der   Expressivität   mit   hingesetzten Farbtupfern   impressionistische   Mittel   einsetzend,   beginnt   hier   des   Malers   Aufbruch   in eine   Malerei,   in   der   die   Farbe   der   alles   bestimmende   Faktor   wird,   den   Bildaufbau,   den Raum    und    den    Ausdruck    bestimmt.    Ganz    typische    für    diese    Zeit    ist    das    Gemälde „Kinder    im    Obstgarten“    mit    seiner    nichtzentralperspektivisch,    sondern    durch    Farbe erzielten Raumwirkung….   Walter Rebmann, 1986         Vom südlichen Licht fasziniert   In   den   ersten   Nachkriegsjahren   beschäftigt   er   sich   auch   mit   religiösen   Themen.   1954 übersiedelt   er   nach   Marburg.   Durch   Reisen   in   den   Süden,   dessen   Licht   ihn   immer erneut   fasziniert,   hellt   sich   seine   Palette   auf.   Aus   den   Raumwerten   der   Farben   entsteht in seinen Bildern die Tiefenwirkung.   Günther Wirth, 1987         Das Werk eines verfemten Malers   Es    ist    auf    schauerliche    Weise    frappierend,    immer    wieder    von    neuem    erkennen    zu müssen,   aus   welcher   Vielfalt   schöpferischen   Engagements   sich   einerseits   die   Künste   und ihre    Institutionen    bis    über    das    Ende    der    zwanziger    Jahre    hinaus    zur    Blüte    eines kulturschöpferischen    Gemeinwesen    entfaltet    haben    und    mit    welcher    Gründlichkeit dieser     florierende     Kulturorganismus     von     den     Nationalsozialisten     bis     in     die Wurzelspitzen hinein vernichtet und zerstört worden ist .   Eberhard Roters, 1988         Farbe und Form   …   In   diesem   inhaltlichen   Anliegen   und   der   entsprechenden   Umsetzung   steht   Frank   ganz auf   der   Höhe   seiner   Zeit.   Beides   hat   in   seinen   Figurenbildern   eine   ureigene   Ausprägung gefunden.   Sie   machen   deutlich,   wie   es   Frank   gelingt,   eine   traditionsreiche   Gattung   mit neuem   Leben   und   eigenständiger   malerischer   Energie   zu   beleben.   Dabei   bereichert   er aktuelle   Kunstbestrebungen   um   originäre   Akzente   durch   den   ganzheitlichen   Anspruch seiner    Malerei    der    sowohl    Pathos    im    Sinne    des    griechischen    „Mitleidens“    mit    der Authentizität spontaner Pinselsprache zu verbinden weiß.   Eva-Maria Froitzheim, 1997         Das späte Werk   Ein   Leben   lang   lebte   Franz   Frank   in   und   mit   den   Erscheinungen,   konnte   ganz   und   gar Auge   sein   und   die   Fülle   der   Natur   fasziniert   genießen.   Das   mitzuteilen   aber   wäre   ihm kein     malerisches     Programm,     und     insofern     bleibt     er     außerhalb     der     Welt     der Impressionisten.   Niemals   gleitet   seine   Malerei   in   die   Gefälligkeit   ab,   in   das   schöne   oder pittoreske   Motiv,   immer   haftet   ihr   etwas   raues   an,   wie   bei   einer   tragischen   Geschichte, in   der   das   schöne   durch   das   Leiden   teuer   erkauft   werden   muss   –   und   nur   dadurch wirklich zum Erlebnis wird.   Bernd Küster, 1997         Später Triumph der Farbe Gemalt   hat   er,   was   er   gesehen   hat   -   und   zwar   wie   er   es   gesehen   hat.   Und   das   wurde ihm   schließlich   zum   Verhängnis.   Der   1897   in   Kirchheim/Teck   geborene   Franz   Frank zählt    zu    den    Malern    der    »verschollenen    Generation«.    Den    Nationalsozialisten    war Franks   Schaffen   ein   Dorn   im   Auge,   so   dass   sie   ihm   schon   recht   bald   nach   1933   nicht nur   seine   Tätigkeit   als   Dozent   untersagten,   sondern   auch   das   öffentliche   Ausstellen seiner Bilder. Dennoch hielt der Maler unbeirrt an seinem Stil fest…. …Im   beeindruckenden   Bildnis   »Vorstadtkinder«,   das   Ende   der   20er   Jahre   entstanden   ist, klingt   zart   an,   was   in   vielen   Werken   Franks   zu   finden   ist:   Denn   es   sind   weniger   die Bildnisse    der    drei    Mädchen,    sondern    der    verdeckte    psychologische    Zug,    der    das Ölgemälde   zu   einem   Hingucker   macht.   Die   Mädchen   blicken   den   Betrachter   still   und ernst   an.   Dem   rechten   Kind   ist   beim   Spielen   der   Träger   des   Kleides   von   der   Schulter gerutscht,   in   ihren   Händen   hält   sie   einen   Blumenkranz.   Einfach,   bescheiden   muten   die Kinder   an,   doch   Frank   sieht   die   Zerrissenheit   der   Kinderseelen   und   malt   sie   in   einer   Art, die    auch    heute    noch    unter    die    Haut    geht:    Mit    flatterigen    Strichen,    aber    durchaus zupackendem   Duktus   beschreibt   er   die   drei   Kinder,   in   deren   Augen   sich   Traurigkeit   und Angst spiegelt. Auch   in   seinen   Blumenstillleben   klingt   eine   Wehmut   an,   die   über   den   dynamischen Duktus,   der   an   Lovis   Corinth   oder   Ludwig   Meidner   erinnert,   hinausweist.   Sein   um   1930 entstandener   »Blumenstrauß   auf   karierter   Decke«   zeigt   Blüten   und   Blätter   in   praller und   frischer   Lebendigkeit   -   und   doch   liegt   im   oberen   Drittel   mit   einer   düsteren   Zone eine   seltsame   Schwere   über   der   fröhlichen   Farbigkeit.   Wie   eine   Vorahnung   auf   schwere Zeiten,    in    der    Frank    als    verfemt    gilt    und    nicht    mehr    arbeiten    kann,    muten    solche Gemälde an. Bettina Kneller, 2006       Werk von Wahrhaftigkeit und farblicher Delikatesse Franks   Maltechnik   ist   eine   Augenfreude,   salopp   ein   "Gemansche",   ein   Relief   aus   tonig gebrochenen   Farben   mit   eigenem   Konstrukt,   sich   vom   Original   bewusst   lösend,   nicht abbildend   im   fotografischen   Sinne.   Das   Schöne   mied   er   wie   die   Pest.   Sein   Stil   war unorthodox,   fernab   artistischer   Effekte   und   eleganter   Linien.   Franks   Werke   sind   grob, kantig,   schroff.   Ihm   ging   es   um   die   Wahrhaftigkeit.   Dabei   war   ihm   kein   Motiv   zu   gering gewesen.   Landschaften,   Porträts   und   Stillleben   sind   Beleg   für   ein   malerisches   Werk,   das spröde, dabei aber doch von großer farblicher Delikatesse ist. Gerd Römer, 2007