© Oliver Tursic 2018
“Ein Maler des Expressiven Realismus”

INFOS

Museum

Expressiver Realismus

Aus   der   Notwendigkeit   heraus,   die   Künstler   der   „Verschollenen   Generation“   zu fördern    und    ihre    Werke    einer    breiten    Öffentlichkeit    zugänglich    zu    machen, entstand   auf   Initiative   des   Kunsthistorikers   und   Publizisten   Rainer   Zimmermann der    Wunsch    eines    Freundeskreises,    der    sich    für    die    Belange    der    Künstler    des „Expressiven Realismus“ einsetzt.   Der     daraus     entstandene     Freundeskreis     wollte     vor     allem     Möglichkeiten     für Ausstellungen   und      Publikationen   schaffen.   Außerdem   sollte   ein   Netzwerk   aus Nachlassverwaltern,         Galeristen,         Museumsdirektoren,         Sammlern         und Kunstfreunden   aufgebaut   werden,   die   die   Werke   der   Künstlerinnen   und   Künstler des   von   Rainer   Zimmermann   geschriebenen   Standardwerkes   über   die   Kunst   der Verschollenen   Generation,   Deutsche   Malerei   des   Expressiven   Realismus   von   1925 -   1975   unterstützten   und   somit   zu   einer   Neubewertung   dieser   Kunst   beitragen können.   Aus   diesem   Bestreben   heraus   entstand   der   eingetragene   Verein   „Freundeskreis Bildende    Kunst    e.V.“    mit    Sitz    in    München,    der    dann    später    in    „Förderkreis Expressiver Realismus e.V.“ umbenannt wurde.   Daraus   erwuchs   der   Wunsch,   den   Künstlerinnen   und   Künstlern   dieser   Generation die        Möglichkeit        einer        Dauerausstellung        mit        der        Möglichkeit        von Wechselausstellungen      an      einem      repräsentativen      Ort      in      Deutschland      zu ermöglichen.   Nach   langer   Suche   und   vielen   Gesprächen   mit   den   Verantwortlichen aus   Verwaltung   und   Politik   war   mit   dem   Neuen   Schloss   in   Kisslegg   im   Allgäu,   das direkt     an     der     Deutschen     Barockstraße     liegt,     ein     repräsentatives     Gebäude gefunden,   das   für   ein   „Museum   Expressiver   Realismus“   geradezu   prädestiniert war.   Anlässlich    der    Einrichtung    einer    Dauerausstellung    des    Malers    Wolfgang    von Websky   im   Jahr   1988,   der   als   einer   der   Hauptvertreter   des   Expressiven   Realismus gesehen   werden   kann,   im   damals   neu   renovierten   Neuen   Schloss   wurden   von Rainer    Zimmermann    bereits    erste    Gespräche    über    die    Unterbringung    eines Museums Expressiver Realismus in Kisslegg geführt.   1991   wurde   im   Neuen   Schloss   die   Ausstellung   „Deutsche   Malerei   des   Expressiven Realismus    seit    1925“    gezeigt    und    2    Jahre    später,    am    03.    April    1993    mit    der permanenten   Ausstellung   von   Werken   dieser   Künstlergeneration   das   bis   heute einmalige     Projekt     eines     Museums     gestartet,     das     ausschließlich     Werke     von Künstlern     des     Expressiven     Realismus     beheimatet.     Die     Pressestimmen     zur Eröffnung   waren   sehr   positiv,   wobei   sich   aber   vor   allem   die   Frankfurter   Allgemeine Zeitung eher kritisch äußerte.     Außer    der    permanenten    Ausstellung    fanden    von    1993    –    2004    insgesamt    23 Wechselausstellungen statt.   Trotz    der    hohen    Qualität    der    Wechselausstellungen    mit    Werkübersichten    der Künstler,   Alfred   Wais,   Wilhelm   Geyer,   Ernst   Hassebrauk,   Robert   Liebknecht,   Bruno Müller-Linow,   Hans   Mader,   Willi   Oltmanns,   Curt   Querner,   Theodor   Rosenhauer, Franz    Frank,    Rose    Sommer-Leypold    und    vieler    anderer    sowie    thematischer Ausstellungen    zu    den    Monographien    von    Rainer    Zimmermann    und    großer Privatsammlungen,     die     sich     mit     den     Künstlern     des     Expressiven     Realismus befassen,        sowie        optimaler        räumlicher        Voraussetzungen,        ließ        das Besucherinteresse   über   die   gesamten   10   Jahre   leider   zu   Wünschen   übrig,   so   dass der   Gemeinderat   der   Gemeinde   Kisslegg   die   Schließung   des   Museums   Expressiver Realismus   zum   Ende   der   Saison   2004   beschlossen   hat   und   damit   die   Hoffnung   auf eine   dauerhafte   Etablierung   dieses   Museums   in   der   deutschen   Kunstlandschaft ein jähes Ende bereitete.   Vor   allem   die   Abgeschiedenheit   der   Gemeinde   Kisslegg   und   zu   wenig   Werbung   für das   Museum   können   als   Grund   für   die   Schließung   des   Museums   im   Jahr   2004 genannt   werden.   Aber   auch   andere   Gründe,   wie   ein   geändertes   Freizeitverhalten und   das   Verlangen   nach   Events   haben   dazu   beigetragen,   dass   die   Besucherzahlen leider      nie      erreicht      wurden,      die      notwendig      gewesen      wären,      um      den Museumsbetrieb aufrecht zu erhalten.    Wie    bereits    zur    Eröffnung    des    Museums    im    Jahr    1993,    wurde    auch    von    der Schließung    des    Museums    wieder    in    vielen    Kunstzeitschriften    und    Zeitungen berichtet.   Leider   kamen   diese   Berichte   zu   spät,   so   dass   die   Schließung   nicht   mehr abgewendet    werden    konnte.    Inzwischen    ist    in    der    Kunsthalle    Schweinfurt    die Sammlung     Hierling,     die     größte     und     wichtigste     Sammlung     des     Expressiven Realismus beheimatet.